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Historisches zur Entwicklung der Diabetes-Therapien:

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Würdigung eines verdienstvollen Diabetologen Deutschlands

Verfasser:

Dr. med. Bernd Wegner, D-03042 Cottbus, Seeaue 3
Dr. med. Heinz Schneider, D-15831 Blankenfelde-Mahlow, Leonard-Bernstein-Ring 60

Professor Dr.med. Alfred Lublin – ein verdienstvoller deutscher Diabetologe (1895 - 1956)

Lublin
Vor 60 Jahren verstarb im Exil in Bolivien Professor Dr. med. Alfred Lublin. Er war ein verdienstvoller deutscher Diabetologe, Schüler von Minkowski und Katsch. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er 1938 aus Deutschland vertrieben. Danach geriet er zeitweilig in Vergessenheit. Medizinhistorische Forschungen der letzten Jahre ermöglichen jetzt eine fundierte Darstellung seiner Persönlichkeit und seines Wirkens.

Alfred Lublin wurde am 4.Mai 1895 als erster der beiden Söhne des Landgerichtsrates, des Geheimen Justizrates Alfred Lublin und seiner Ehefrau Elise, geb. Michelly, in Bischofsburg/Ostpreußen, jetzt Biskupiec/Polen, geboren. Er wurde evangelisch getauft. Wegen Versetzung des Vaters zog die Familie 1905 nach Königsberg. Die Stadt sollte in Lublins Leben eine zentrale Rolle spielen. Das Abitur bestand er im März 1913 am Königlichen Wilhelmsgymnasium in Königsberg. Nach dem Abitur folgte das Studium der Humanmedizin in Genf, Königsberg und Halle (Saale), unterbrochen von militärischen Einsätzen als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg auf den russischen, mazedonischen und westlichen Kriegsschauplätzen. Er erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

Seine ärztliche Vorprüfung bestand er 1916 in Königsberg. 1919 legte er in Halle das medizinische Staatsexamen ab. Dort wurde er im selben Jahr mit einer Arbeit zu einem gynäkologisch-geburtshilflichen Thema zum Dr. med. promoviert. Danach kehrte er wieder nach Königsberg zurück und war dort von Oktober 1919 bis April 1920 am Pathologischen Institut der Universität tätig. Im Mai 1920 wechselte Lublin als Assistent an die Medizinische Klinik der Universität Breslau. Direktor der Klinik war zu der Zeit bis zu seiner Emeritierung 1926 der berühmte Internist und Diabetologe Professor Dr. med. Oskar Minkowski (1858 – 1931). Minkowski hatte 1889 in Straßburg /Elsass zusammen mit dem Internisten Professor Dr. med. Josef von Mering (1849 – 1908) den Pankreasdiabetes bei Experimenten an Hunden entdeckt. An der Klinik von Minkowski wurde bei Lublin ein besonderes Interesse für die Endokrinologie und den Stoffwechsel geweckt. Er entwickelte dort ein Mikroverfahren zur Bestimmung der bei Stoffwechselentgleisung erhöhten Werte von Aceton und ß-Oxybuttersäure im Urin und im Blut (1922), befasste sich mit der diabetischen Azidose (1923) und mit dem Diabetes mellitus bei Schwangerschaft (1924). Außerdem untersuchte er den Einfluss des oralen Antidiabetikums Synthalin auf den Atemstoffwechsel der Diabetiker (1927). Zuvor hatte er sich Im März 1925 mit der Arbeit „Beiträge zum Studium des Stoffwechsels bei der endogenen Fettsucht“ und der Antrittsvorlesung „Neuere Gesichtspunkte in der Theorie und Klinik der Zuckerkrankheit“ habilitiert.

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Würdigung eines der größten Diabetesforscher Deutschlands

Verfasser:
Dr. med. Heinz Schneider, D-15831 Blankenfelde-Mahlow, Leonard-Bernstein-Ring 60
Dr. med. Bernd Wegner, D-03042 Cottbus, Seeaue 3

Professor Dr. Oskar Minkowski – der größte deutsche Diabetesforscher

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Vor rund 83 Jahren, am 18. Juni 1931, ist Professor Dr. Oskar Minkowski, der wohl größte deutsche Diabetesforscher, im damaligen Schloss-Sanatorium Fürstenberg an der Havel an einer Lungenentzündung verstorben. Zugegen waren seine Schüler Dr. Haring, Dr. Rosenthal und Dr. Bittdorf. Beerdigt wurde Oskar Minkowski In einem Gemeinschafts-Ehrengrab mit seinem Bruder Hermann Minkowski (1864 – 1909), dem Lehrer von Albert Einstein, in Berlin auf dem Friedhof Heerstraße/Trakehner Allee.

Wer war Oskar Minkowski?

Oskar Minkowski wurde am 13. Januar 1858 als Sohn des jüdischen Kaufmanns und Getreidehändlers Levin Minkowski und seiner Ehefrau Rachel, geb. Taubmann, in Aleksotas (heute zu Kaunas, Litauen, gehörend) im damaligen zaristischen Russland geboren. Um der Judenverfolgung im Baltikum zu entgehen, emigrierte die Familie in den frühen 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in das damals weit liberalere Ostpreußen. Hier erwarb Minkowski 1872 die preußische Staatsbürgerschaft. In Königsberg beendete er die in Kaunas begonnene gymnasiale Ausbildung im Altstädtischen Gymnasium. Anschließend studierte er in Freiburg und Königsberg Humanmedizin. Als Assistent des bedeutenden Internisten und Diabetesforschers Professor Naunyn, der Minkowski wegen seiner schnellen Auffassungsgabe und besonderen manuellen Geschicklichkeit sehr schätzte und ihn als seinen bedeutendsten Schüler bezeichnete, entdeckte er bereits 1884 in der Medizinischen Universitätsklinik Königsberg die stark erhöhte Konzentration von ß-Oxybuttersäure im Harn von schwer zuckerkranken Patienten. Nach der noch in Königsberg 1885 erfolgten Habilitation als Privatdozent folgte er seinem Chef, Mentor und Förderer Prof. Naunyn im April 1888 an die Medizinische Klinik der Universität Straßburg.

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Aus Tageszeitung "Uckermark Kurier" , Autor: Heiko Schulze,   www.nordkurier.de

Dr. Schneider
Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag an Dr. med. H. Schneider,
Ehrenmitglied im DDB Landesverband Brandenburg e.V.


Mediziner übergibt weltweit einzigartige Langzeitstudie

Uckermark. Viele Uckermärkerinnen und Uckermärker haben die markante Persönlichkeit von Dr. med Heinz Schneider noch gut vor Augen. Über 30 Jahre, von 1967 bis 1998 wirkte er als Chefarzt der Bezirksdiabetesabteilung Neubrandenburg am Kreiskrankenhaus Prenzlau. Nach der politischen Wende wurde er zudem als Prenzlauer Stadtverordneter in der Kommunalpolitik aktiv. Am Dienstag, dem 7. Januar, wird er im Kreis seiner Familie in Mahlow seinen 80. Geburtstag feiern.

Das Jubiläum und der derzeitige Gesundheitszustand haben in ihm den Entschluss reifen lassen, seine Ergebnisse einer weltweit einzigartigen Studie in die Hände des Leipziger Diabetologen und Dr. med. habil. Hans-Joachim Verlohren zu übergeben. Ein Kollege, den er kennen und schätzen gelernt hat, wie Dr. Schneider im Gespräch mit dem Uckermark Kurier versicherte.

Der „Großraum-Knast DDR“, wie der ehemalige Chefarzt scherzhaft die DDR-Verhältnisse beschreibt, haben ihm letztendlich die Möglichkeit zu der einzigartigen Diabetikerprognosestudie eröffnet. 1962, als der spätere Prenzlauer Mediziner als wissenschaftlicher Assistenzarzt im Diabeteszentrum in Karlsburg arbeitete, begann er mit der Studie. Einer bis heute weltweit einzigartigen Dokumentation über den Krankheitsverlauf. Im Altkreis Neustrelitz erhielt er Daten von neu erkrankten Diabetes-Patienten. Insgesamt 147 an Diabetes (Zucker) erkrankten Frauen und Männer erklärten sich bereit, ihre individuellen Daten für Schneiders Studie zur Verfügung zu stellen. Über Jahrzehnte hinweg, in letzter Konsequenz bis zu ihrem Tod, wurden diese gesammelt und ausgewertet. Bis zur Wende 1989 waren noch zehn der Teilnehmer am Leben. Die letzte Teilnehmerin starb mit 84 Jahren 2013 in Bremerhaven.

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Artikel von Herrn Dr. Heinz Schneider
( Der Autor ist Ehrenmitglied im DDB Landesverband Brandenburg )

Ein deutscher Diabetologe mit Weltgeltung:
Professor Dr. Gerhard Mohnike (1918 – 1966) aus Karlsburg in Vorpommern

Gerhard Mohnike wurde am 6. Januar 1918 als Sohn des Mittelschullehrers Ludwig Mohnike und seiner Ehefrau Emmi, geb. Maurer, in Wiesbaden geboren. Nach dem im dortigen Staatlichen Humanistischen Gymnasium 1937 bestandenen Abitur und der Ableistung des Arbeitsdienstes studierte er ab dem Sommersemester 1938 an der Philipps-Universität zu Marburg und Jena Humanmedizin und setzte kurz nach dem bestandenen Physikum (Ärztliche Vorprüfung) das Studium an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald fort. Im Juni 1942 legte er dort das medizinische Staatsexamen ab und promovierte noch im gleichen Monat mit dem Thema „Tierexperimenteller Nachweis eines antiexophthalmischen Schutzstoffes“ an der Augenklinik zum Doktor der Medizin, wobei bereits sein Interesse an der Endokrinologie erkennbar wurde. Kurz nach dem Ende des Studiums wurde er von seinem Lehrer Professor Gerhardt Katsch aus Greifswald in das erste deutsche Diabetikerheim Garz auf Rügen versetzt, wo er – selbst an Diabetes erkrankt - im April 1945 zum Heimarzt avancierte.

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